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Flower-Power in Volmarstein

Flower-Power in Volmarstein

Berufsbildungswerk Volmarstein und Werner Richard Berufskolleg feiern einer bunten Motto-Woche zum 50. Geburtstag

Lehrkräfte mit bunten Perücken und Fransen-Shirts, Ausbilder*innen auf Rollschuhen, Azubis in Blumenhemden mit Capri-Sonne in der Hand: Eine Woche lang war das Berufsbildungswerk Volmarstein gemeinsam mit dem Werner-Richard-Berufskolleg fest in den 70ern angekommen.

Mit viel Kreativität und einer Menge Spaß feierten beide Einrichtungen ihren 50. Geburtstag – und das mit einer Motto-Woche, die von allen getragen wurde. „Meine Mutter war 1976 noch nicht mal geboren“, erzählt eine Auszubildende aus der Gärtnerei lachend. „Da mussten wir erst mal recherchieren, was damals angesagt war.“ Schnell war klar: Nelken gehören dazu – und eine Pflanzaktion mit Grünlilien, dem Klassiker unter den Topfpflanzen.

In der großen Pausenhalle war jeden Tag etwas los. Es wurde gebastelt, getanzt und gesungen – und natürlich auch gegessen. Klassiker wie Kalter Hund, Toast Hawaii oder Schinken-Spargelröllchen kamen bestens an. Abends ging es weiter mit Film, Spiel und Musik: Die „Rocky Horror Picture Show“, „Der große Preis“ und eine 70er-Disco sorgten für beste Stimmung.

Ein Highlight war die Fotoaktion: Die Auszubildenden aus der Mediengestaltung entwarfen nicht nur Plakate, sondern auch eine eigene Fotowand. Mit passenden Kostümen entstanden viele kreative und witzige Bilder – Erinnerungen an eine Woche, die zeigt, wie viel Ideen, Engagement und Gemeinschaft in Volmarstein stecken.

Der 50. Geburtstag ist übrigens nur eine von vielen Aktionen im Jubiläumsjahr. Neben der Motto-Woche ist das geplante Sommerfest ein Höhepunkt. Den 4. Juli sollten sich alle 70er-Fans schon mal vormerken. Denn Gäste sind herzlich willkommen.

Fotos:

  1. Beitragsbild – Voll 70er: Ausbilderin Sabine Neufelder (li) und Liana Majidi, die eine Berufsorientierung absolviert hatten eine Menge Spaß in der Motto-Woche.
  2. Die angehenden Mediengestaltenden Nathalie (li.) und Leo hatten eine Menge Spaß mit der Vorbereitung der Motto-Woche. Auch die Fotowand, vor der sie hier stehen, haben sie selbst entworfen und gestaltet.

Silent Disco: Gemeinschaft, die Freiraum lässt

Silent Disco: Gemeinschaft, die Freiraum lässt

Im Jubiläumsjahr „50 Jahre Berufsbildungswerk Volmarstein und Werner-Richard-Berufskolleg“ wurde ein besonderes Veranstaltungsformat erlebbar: eine Silent Disco – organisiert vom Fachdienst Autismus. Rund 50 Teilnehmende kamen zusammen, um Musik auf ihre ganz eigene Weise zu erleben.

Drei Kanäle, fünf DJs und für alle der passende Sound: Über Kopfhörer konnten die Gäste zwischen unterschiedlichen Musikrichtungen wechseln. Welche Musik gerade lief, zeigte sich an den Farben der leuchtenden Kopfhörer. So entstand ein lebendiges Miteinander – individuell und doch verbunden.

Was die Silent Disco besonders macht: Jede*r bestimmt selbst, wie laut es ist, welcher Musikkanal gewählt wird oder wann eine Pause guttut. Das schafft einen Rahmen, der gerade für Menschen im Autismus-Spektrum passend ist – weil Reize steuerbar bleiben und Überforderung vermieden wird.

Und so wurde an diesem Abend deutlich: Gemeinschaft kann ganz unterschiedlich aussehen. Trotz „stiller“ Disco wurde gelacht, getanzt – und an manchen Stellen auch hörbar mitgesungen. Ein lebendiger Moment der Teilhabe, der zeigt, wie Inklusion im Alltag gelingen kann: offen, respektvoll und mit Freude am gemeinsamen Erleben.

Ein halbes Jahrhundert Bildung

Ein halbes Jahrhundert Bildung

Berufsbildungswerk Volmarstein und Werner-Richard-Berufskolleg starten ins Jubiläumsjahr.

Mit Musik, Humor und viel Gemeinschaftsgeist sind das Berufsbildungswerk Volmarstein und das Werner-Richard-Berufskolleg in ihr Jubiläumsjahr gestartet. Seit 50 Jahren begleiten die beiden Bildungseinrichtungen der Evangelischen Stiftung Volmarstein junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben – ein Anlass, der nicht nur gefeiert, sondern spürbar gelebt wurde.

Schon die Begrüßung setzte den Ton: Im Hippie-Look, mit Latzhose und riesigem Recorder auf der Schulter überraschte das Leitungsteam die geladenen Mitarbeitenden, Auszubildenden sowie Schülerinnen und Schüler. Aus den Lautsprechern erklang „Jeans On“, ein Hit aus dem Jahr 1976 – und plötzlich war das Jahrzehnt der Gründung ganz nah.

Das Jubiläumsjahr soll bunt, vielfältig und gemeinschaftlich werden. Geplant sind unter anderem eine Motto-Woche, eine Silent-Disco zum Welt-Autismus-Tag, ein Sommerfest im Stil der 70erJahre sowie ein Fußballturnier. Die Veranstaltungen spiegeln wider, wofür die beiden Einrichtungen stehen: Teilhabe, Kreativität und Zusammenhalt.

Beim Kahoot-Quiz beantworteten die Gäste die kniffligen Fragen direkt am Handy

Ein besonderer Moment war die Premiere der eigens geschriebenen BBW-Hymne. Mitarbeiter Dominik Kraemer hat den Song getextet und komponiert. Gespielt wurde er von der Band
„Kraftzwerg“, in der Auszubildende, Mitarbeitende und Ehrenamtliche gemeinsam musizieren. Schon beim ersten Auftritt sprang die Begeisterung über.

„Volmarstein – wir feiern dich,
Gemeinsam stark, wir schaffen’s, ja, sicherlich.
Volmarstein – wir steh’n bereit,
Ziele erreicht und ’ne richtig gute Zeit!“

Auch der Blick in die Zukunft hatte seinen Platz: Vorstand Markus Bachmann steckte als Erster einen Wunschzettel in eine Zeitkapsel, die das gesamte Jubiläumsjahr über mit guten Wünschen für das BBW und das WRBK gefüllt werden soll. Am Ende des Jahres wird sie auf dem Gelände vergraben und zehn Jahre später wieder geöffnet werden. „Ich wünsche mir, dass das BBW und das WRBK in zehn Jahren rundum renoviert und erneuert sind“, sagte Markus Bachmann. „Und Ihnen allen wünsche ich ein tolles Jubiläumsjahr mit viel Spaß und vielen schönen Momenten.“

Für heitere Erinnerungen sorgte zudem ein Kahoot-Quiz mit kniffligen Fragen zur Geschichte der beiden Einrichtungen – inklusive mancher Fotos aus längst vergangenen Zeiten. Den stimmungsvollen Schlusspunkt setzte eine eindrucksvolle Feuershow von „Cassiofire“, die den Abend leuchtend ausklingen ließ.

Fotos:

  • Das Leitungsteam im Hippie-Look: Sabine Riddermann, Roland Kompalka, Bianca Schramm und Christof Hoffmann.
  • Beim Kahoot-Quiz beantworteten die Gäste die kniffligen Fragen direkt am Handy
Blue Sharks beißen sich zum Turniersieg durch

Blue Sharks beißen sich zum Turniersieg durch

Rasante Lauf-Duelle, packende Zweikämpfe um den Ball, eine Hymne bei gefallenen Toren und laustarke Anfeuerungen vom Spielfeld-Rand: Beim Kombiball-Turnier der Klassen am Werner-Richard-Berufskolleg herrschte Stadion-Atmosphäre.

„Unsere Schülerinnen und Schüler haben sich voll reingehängt“, freute sich Sportlehrerin Ania Osthoff, die das Turnier mit dem Kollegium wieder organisiert hatte. Es ist einer der Höhepunkte im Veranstaltungskalender des Berufskollegs der Ev. Stiftung Volmarstein.

Kombiball, eine Mischung aus Handball und Fußball, wurde an der Volmarsteiner Schule „erfunden“. Es ist eine Mischung aus Handball und Fußball, die speziell geeignet ist für Sportlerinnen und Sportler mit Körperhinderung. Das Spiel funktioniert so: Läuferinnen und Läufer, die z.B. einen Arm amputiert haben, spielen den Ball mit dem Fuß, während Rollstuhlfahrende wie Handballer agieren.

Die Teams hatten sich wieder lustige und kuriose Namen gegeben: Im Finale bissen sich schließlich die Blue Sharks gegen die BBW Lions durch. Anschließend stand noch das prestigeträchtige Spiel „Lehrer gegen Schüler“ auf dem Programm: Knapp mit 6:5 behielten die Lehrerinnen und Lehrer die Oberhand.

Christian Münch wird mit dem Kronenkreuz in Gold ausgezeichnet

Christian Münch wird mit dem Kronenkreuz in Gold ausgezeichnet

Ehrung für seinen langjährigen Einsatz in der Werkstatt und im Berufsbildungswerk Volmarstein und die Förderung von Inklusion am Arbeitsmarkt

„Es kommt nicht oft vor, dass ich sprachlos bin“, so Christian Münch mit einem Schmunzeln. Der Inklusionsbeauftragte der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) erhielt das Kronenkreuz in Gold des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland. „Das ist eine Überraschung und eine Ehre, mit der ich nicht gerechnet habe“, betont er sichtlich bewegt. Im Rahmen der Beiratssitzung des Berufsbildungswerks Volmarstein wurde ihm das Kronenkreuz von Pfarrerin Dr. Tabea Esch verliehen. „Diakonisches Tun ist ein Geschenk, das man weitergibt – durch Zeit, Aufmerksamkeit und Ermutigung“, so die Leiterin des Zentrums für Theologie, Diakonie und Ethik der Ev. Stiftung Volmarstein. „Ihr beruflicher Weg ist reich an solchen Geschenken.“

Christian Münch blickt auf eine lange und bedeutende Karriere zurück: Schon als Zivildienstleistender begann er 1988 in der Stiftung Volmarstein und blieb 24 Jahre lang engagiert. Als Leiter der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (heute WerkVol) war er ein wichtiger Fürsprecher für die Belange von Menschen mit Einschränkungen. Seit 2013 ist er bei der SIHK tätig und setzt sich dort weiterhin für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt ein. „Gemeinsam stark für die Region – das bedeutet, die Chancen und Möglichkeiten zu erkennen, die sich durch die Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung bieten“, so Münch.

Neben seiner Tätigkeit bei der SIHK ist Münch auch als Vorsitzender des Heimatverein Herdecke und im Ruderclub „Westfalen“ Herdecke aktiv. Zusätzlich ist er seit drei Jahren Mitglied des Beirats des Berufsbildungswerks Volmarstein. „Den Sitz habe ich gerne übernommen, denn Inklusion auf dem Arbeitsmarkt kann nur im Miteinander gelingen“, erklärt er. Für sein Engagement dankte ihm Geschäftsbereichsleiterin Sabine Riddermann im Namen der gesamten Stiftung.

Das Berufsbildungswerk Volmarstein pflegt seit vielen Jahren einen Beirat, dem Menschen aus der regionalen Wirtschaft und Politik angehören. Zweimal im Jahr trifft sich der Beirat, um sich über aktuelle Themen und Projekte auszutauschen. Geschäftsbereichsleiterin Sabine Riddermann hebt hervor, wie wichtig diese enge Zusammenarbeit ist: „Für uns ist der Austausch mit regionalen Unternehmen und der Arbeitsagentur von großer Bedeutung. Gemeinsam schaffen wir ein Netzwerk, das den Auszubildenden eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt ermöglicht. Viele Absolventinnen und Absolventen des Berufsbildungswerks sind heute geschätzte Fachkräfte bei regionalen Unternehmen.“

Foto von links: Roland Kompalka (Ev. Stiftung Volmarstein), Dr. Anne-Kathrin Konze (AVU), Dr. Jörg Stockmann (Evangelisches Krankenhaus Hagen Haspe), Sabine Riddermann (Ev. Stiftung Volmarstein), Christian Münch (Arbeitsmarktpolitik und Fachkräfte SIHK), Christof Hoffmann (Werner-Richard-Berufskolleg Volmarstein), Marco Müller (Bezirksregierung Arnsberg), Pfarrerin Dr. Tabea Esch (Ev. Stiftung Volmarstein), Andreas Barth (Ev. Stiftung Volmarstein), Thomas Weilbier (IG Metall Bezirk NRW)