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Berufsbildungswerk Volmarstein der ev. Stiftung Volmarstein - „Chance Zukunft“ für junge Langzeitarbeitslose

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Modellprojekt Chance Zukunft, AG Träger BBW NRW
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„Chance Zukunft“ für junge Langzeitarbeitslose

Jobcenter EN und das Berufsbildungswerk Volmarstein ziehen positive Bilanz

Über drei Jahre lang haben Mitarbeitende des Berufsbildungswerks Volmarstein (BBW) knapp 40 junge langzeitarbeitslose Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen aus dem EN-Kreis begleitet.

Das Modellprojekt mit dem Titel „Chance Zukunft“ wurde mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, des Europäischen Sozialfonds und durch das Jobcenter EN ermöglicht. Die Bilanz fällt positiv aus: „Es ist uns gelungen, einen großen Teil dieser Menschen zu erreichen, sie zu stabilisieren und wieder in das gesellschaftliche Leben zu integrieren – was in einem ersten Schritt nicht unbedingt die Aufnahme einer Beschäftigung oder Ausbildung bedeutet. Aber auch solche Vermittlungserfolge sind zu verzeichnen, obwohl dies keine unmittelbare Zielerwartung von „Chance Zukunft“ gewesen ist.“, ziehen Henning Heinsch, Projektkoordinator des Jobcenter EN und Roland Kompalka, Projektleiter im BBW, ein gemeinsames Fazit.

Gefördert wurden im Projektzeitraum vom 01.09.2015 bis zum 31.12.2018 landesweit 900 junge Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen. Ein Großteil der Teilnehmenden des Projektes wiesen psychische Beeinträchtigungen und/oder Abhängigkeitserkrankungen auf. Aufgrund der Problemlagen haben sich viele Teilnehmenden bereits aus dem gesellschaftlichen Leben und den vorhandenen Unterstützungssystemen entkoppelt. Die Jobcenter und Arbeitsagenturen erreichen sie nicht mehr. „Entscheidend war, dass wir das Vertrauen unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewonnen haben“, betont Roland Kompalka. „Zuhören, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen ist dabei entscheidend“. Henning Heinsch ergänzt: “Die Teilnahme an diesem Modellprojekt ist innerhalb der SGB-II-Logik etwas Neues und Besonderes gewesen, da hier die üblichen Sachzwänge wie tägliche Präsenzzeiten und bei Abbruch drohende Sanktionen nicht vorlagen. Die Teilnehmenden als Menschen in ihrer jeweiligen aktuellen Situation stehen im Vordergrund“. Diese individuelle Beziehungsarbeit schafft die Voraussetzung dafür, dass die Teilnehmenden in kleinen Schritten dazu gebracht werden, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Das BBW verfügt über vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten. Die Einrichtung ist spezialisiert auf die Ausbildung junger Menschen mit Körperbehinderung und Autismus-Spektrum-Störung. Dabei ist eine medizinische und psychologische Betreuung durch Fachärzte sowie eine arbeits- und sozialpädagogische Begleitung möglich. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, in über 30 verschiedene Ausbildungsberufe Einblicke zu nehmen. Diese vielfältigen Unterstützungen, so die wichtige Erkenntnis von „Chance Zukunft“, greift auch bei Menschen in schwierigen Lebenslagen, die wegen psychischen Beeinträchtigungen oder Sucht- und Drogenproblemen über einen längeren Zeitraum arbeitslos waren. Über die Hälfte der Teilnehmenden konnten dadurch wieder in irgendeiner Form an bestehende Hilfesysteme (z.B. medizinische, therapeutische, etc.) herangeführt und darüber hinaus aus ihrer bestehenden und zum Teil schon erheblich verfestigten gesellschaftlichen Isolation gelöst werden.

„Wir freuen uns, dass wir unsere Möglichkeiten und Erfahrungen innerhalb der Evangelischen Stiftung Volmarstein gewinnbringend für die Teilnehmenden, die sich im Leistungsbezug des Jobcenter EN befinden, einbringen können“ erklärt Roland Kompalka. Aufgrund der positiven Erkenntnisse des Ende 2018 auslaufenden Modellprojekts „Chance Zukunft“, nimmt das Jobcenter EN ein vergleichbares Projekt auf der Grundlage von § 16 h SGB II zur Förderung von schwer erreichbaren jungen Menschen als neues Regelinstrument in ihr Angebotsportfolio auf. Das neu geschaffene Angebot startet zum Jahresbeginn 2019 und wird ebenso durch die Stiftung Volmarstein durchgeführt.

Safet Srebrenica, Bürokaufmann

»Ich finde es gut, hier im BBW wohnen und arbeiten zu können«

Safet Srebrenica, Bürokaufmann